Migration PrestaShop → Shopify Plus: das komplette Playbook ohne SEO-Verlust

Was passiert, wenn ein Mid-Market-Shop von PrestaShop zu Shopify Plus migriert? Ein siebenstufiges Playbook aus dem Topeshop-Case, in dem die Konversion um 58% stieg.

3 Min. Lesezeit

Die Migration von PrestaShop zu Shopify Plus ist kein „Umzug des Shops". Es ist der Austausch des Fundaments, auf dem der Umsatz des Unternehmens ruht — und genau deshalb löst sie so große Ängste aus. Die häufigste Frage der Geschäftsführung lautet nicht „was kostet das", sondern „verlieren wir dabei Traffic und Umsatz". Die Antwort hängt ausschließlich von der Disziplin des Prozesses ab. Im Folgenden stellen wir das Playbook vor, das wir bei der Migration von Topeshop angewendet haben — einem Shop, der nach dem Wechsel zu Shopify Plus eine Steigerung der Konversion um 58% bei einem Rückgang des organischen Traffics von unter 3% verzeichnete.

Warum Unternehmen PrestaShop verlassen

PrestaShop funktioniert in der Frühphase gut, doch bei Umsätzen von mehreren bis über zehn Millionen Złoty wachsen die verdeckten Kosten exponentiell. Core-Updates zerstören Module. Jedes Modul eines anderen Anbieters bedeutet einen anderen Support-Zyklus. Performance bei einem großen Katalog erfordert immer teurere Infrastruktur und ein dediziertes DevOps-Team. Shopify Plus verlagert diese Last auf die Plattform — Hosting, Skalierung, PCI und Sicherheit sind kein Problem des Teams mehr.

Das siebenstufige Playbook

  1. Audit und URL-Karte. Wir exportieren die vollständige URL-Karte aus PrestaShop und verknüpfen sie mit Daten aus der Google Search Console und Ahrefs. Jede Adresse erhält einen Status: behalten, weiterleiten, löschen. Das ist das Fundament der gesamten SEO-Migration.

  2. Datenmodell und Katalog-Mapping. Die Struktur von Produkten, Varianten, Attributen und Kollektionen unterscheidet sich in PrestaShop vom Shopify-Modell. Wir mappen Feld für Feld, bevor wir etwas übertragen — ein Fehler in dieser Phase vervielfacht sich über tausende SKUs.

  3. Migration von Inhalten und Daten. Produkte, Kunden, Bestellhistorie und Blog-Inhalte gelangen über die API in eine Staging-Umgebung zu Shopify, nicht in die Produktion. Wir validieren die Vollständigkeit: die Anzahl der Datensätze am Eingang muss mit der am Ausgang übereinstimmen.

  4. Wiederaufbau der SEO-Struktur. Meta-Tags, strukturierte Daten, Canonicals und die Überschriftenstruktur werden 1:1 rekonstruiert. Wo sich eine URL ändert, bereiten wir 301-Weiterleitungen vor — vollständig, nicht als Stichprobe.

  5. Die 301-Weiterleitungskarte. Das wichtigste technische Element einer SEO-Migration. Jede alte URL mit SEO-Wert muss auf die richtige neue Adresse zeigen. Weiterleitungsketten und -schleifen eliminieren wir vor dem Start.

  6. Tests auf Staging. Eine vollständige Prüfung: Warenkorb, Checkout, Zahlungen, Integrationen (ERP, Lager, Versanddienstleister), Performance. Ein Screaming-Frog-Crawl des Stagings deckt 404-Fehler und Lücken in den Weiterleitungen auf, bevor Google sie sieht.

  7. Cutover und Monitoring. DNS-Umstellung, sofortiges Einreichen der neuen Sitemap in der GSC, tägliches Monitoring von Indexierung und Rankings in den ersten 4–6 Wochen. Auf Anomalien reagieren wir in Stunden, nicht in Wochen.

Das Ergebnis des Topeshop-Cases

Nach der Migration stieg die Konversion um 58% — vor allem dank des schnelleren, ausgefeilten Shopify-Checkouts und der besseren mobilen Performance. Der Rückgang des organischen Traffics blieb unter 3%, bei einem Branchen-Benchmark von 15–30%. Den Unterschied macht nicht das Werkzeug, sondern die Vollständigkeit der Weiterleitungskarte und der Wiederaufbau der SEO-Struktur vor dem Cutover, nicht danach.

Fazit: Eine Plattformmigration ohne SEO-Verluste ist vollständig machbar, erfordert aber, SEO als ersten und nicht als letzten Punkt der Aufgabenliste zu behandeln.

Tags: #Presta #Shopify #migracja #Seo
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